Spannend ging es dieses Wochenende bei den Deutschen Kata-Meisterschaften in Montabaur zu. Für die Teilnahme in der Kategorie "Kodokan Goshin jutsu no Kata" (Die moderne Form der Selbstverteidigung) hatten sich mit dem Gewinn der hessischen Katameisterschaften vor vier Wochen Giuseppe Di Magno vom SSV Dhünn und Dr. Jörg Steinwascher vom Judo Verein Langen qualifiziert.
Persönliche Freundschaften, der Erstwohnsitz von J. Steinwascher und das insgesamt hervorragende Umfeld, soweit es die freundliche Unterstützung durch Vereine und Funktionäre, Trainingsmöglichkeiten und kompetente Ansprechpartner betrifft, führten dazu, das die beiden in Hessen für den 1. JV Langen an den Start gegangen sind.
Beide hatten sich intensiv für die Meisterschaft vorbereitet und trainierten auch in Wiesbaden beim Bundes-Katabeauftragten Klaus Hanelt. Trainingshöhepunkt war ein sehr intensiver einwöchiger Lehrgang, der von Shiro Yamamoto, dem technischen Direktor des Kodokan, geleitet wurde. Es wurde an Details gefeilt und immer wieder auch über Video geprüft, wo noch Verbesserungen möglich waren. All diese Vorbereitungen standen jetzt auf dem Prüfstand und wurden von einer fachkundigen Jury, bestehend aus 6 hochrangigen Vertretern des Deutschen Judo Bundes aus verschiedenen Bundesländern, bewertet. Dem entsprechend stieg dann auch die Nervosität der Teilnehmer, als es endlich daran ging, das gelernte Können zu beweisen.
Steinwascher und Di Magno waren als drittes Paar für die Kodokan Goshin Jitsu
No Kata gelost. Diese Kata demonstriert verschiedene Abwehrtechniken gegen
unterschiedliche Angriffe mit Händen, Füssen, Messer, Pistole und Stock und ist
Bestandteil der Prüfung zum 4. schwarzen Gürtel. Die Techniken sind bis auf die
kleinste Bewegung vorgeschrieben und müssen exakt ausgeführt werden. Hierbei
wird zusätzlich die Gesamtdarstellung bewertet.
Trotz oder vielleicht auch gerade wegen der vorhandenen Nervosität und Anspannung zeigten Di Magno und Steinwascher eine hervorragende Leistung in allen Bereichen: Von maximal 1200 zu erreichenden Punkten wurden ihnen 1117,8 Punkte anerkannt. Mit dieser starken Leistung erreichten sie Platz 2 in der Endabrechnung - und mussten sich fast ein wenig darüber ärgern. Denn nur 1,4 Punkte Vorsprung hatte das Siegerpaar, den Titel "Deutsche Kata Meister" verpassten sie also nur um Haaresbreite.
Giuseppe Di Magno und Dr. Jörg Steinwascher visieren jetzt die Deutschen Kata Meisterschaften im nächsten Jahr an, bei denen sie sich die fehlenden Punkte zum Titel noch erarbeiten wollen.