Der Sportförderverein Langen ist ein Zusammenschluss von 15 Langener Sportvereinen mit mehr als 8000 Sportlerinnen und Sportlern. Er fördert auch vereinsübergreifende Aktivitäten - zurzeit steht die "Bewegungsinitiative für Langens Kinder" im Blickpunkt. An neuen Partnerschaften ist der Sportförderverein stets interessiert.
Langen (dd) Für einen Moment ist es in der Sporthalle der Albert-Einstein-Schule mucksmäuschenstill. Es ist Freitagabend. Rund 20 Kinder knieen in einer geraden Reihe nebeneinander auf einer dicken Matte, kommen zur Ruhe und lauschen dann den Worten ihres Trainers Jürgen Schlesinger. Judo ist der Sport, der sie alle verbindet - und Disziplin ist dabei oberstes Gebot.
Die Hände liegen auf den Oberschenkeln, wenn sie sich kurz zum Gruß verbeugen. Erst danach wird es laut. Die Acht- bis Zwölfjährigen springen auf und beginnen unter Anfeuerungsrufen Schlesingers im Kreis zu laufen. Kommandos schallen durch die Halle, bevor sich plötzlich alle Kinder samt Trainer aus vollem Lauf auf den Bauch oder Rücken werfen, dann schnell aufspringen und weiterrennen. Das Aufwärmen ist laut Schlesinger mit das Wichtigste beim Judo, einem Sport, der sämtliche Körperpartien beanspruche. Damit auch die letzten Muskeln warm werden, folgen der "Watschelgang", das Hüpfen in der Hocke, Liegestütze und zu guter Letzt einige Dehnübungen.
Judo ist ein Techniksport mit hohen Ansprüchen an die Motorik, aber auch Kondition ist notwendig. Auch wenn Judo eine Art Kampfsport ist, ibt es keine Gegner, sondern nur Partner. "Wer dem Partner schadet, fliegt von der Matte", sagt Schlesinger. Punkte im Wettkampf sammelt derjenige, der den Partner kontrolliert zu Boden bringt und zwar auf den Rücken. Dazu gibt es eine Vielzahl an Würfen und Griffen. Je nach Alter, Größe, Gewicht und Können lernen die Judokas Bewegungsabläufe und Kombinationen.
Am Anfang steht zunächst das Fallen. Fallübungen mag die achtjährige Vanessa, die sich seit eineinhalb Jahren als eines von drei Mädchen in der Gruppe behauptet, am liebsten. "Wenn man richtig mit dem ganzen langen Arm abschlägt, tut das Fallen auch nicht weh, dann fängt man den Schwung ab", sagt die elfjährige Janina, die bereits den orange-grünen Gürtel trägt.
Seit 30 Jahren ist Jürgen Schlesinger mit Leib und Seele dabei, auch seine Frau hat er auf der Judomatte kennen gelernt. Seine Kinder treten in seine Fußstapfen und sind fleißig beim Training dabei. Mehr als 20 Jahre ist er als Übungsleiter aktiv und vermittelt die Freude am Sport. Dass die Kids mit Begeisterung bei der Sache sind, ist nicht zu übersehen. Auch Adrian (12) freut sich jeden Freitag auf das wöchentliche Auspowern. Vor drei Jahren ist er durch einen Freund in den Judoverein Langen gekommen und möchte die Stunden nicht mehr missen.
Doch eines muss gesagt werden: Würden die Eltern nicht so tatkräftig mitmischen und die Kinder regelmäßig zum Training fahren, wäre es für viele nicht möglich, den geliebten Sport auszuüben.
Judo formt die Persönlichkeitsstruktur der Kinder, denn sie müssen sich miteinander auseinander setzen - unter Einhaltung bestimmter Regeln. "Man baut seinen Frust vom Tag auf gezielte und kontrollierte Art und Weise ab", so Hartmut Petersen, Pressewart des Vereins. Von Kindesbeinen an stand Petersen auf der Judomatte. Er gehörte zum Gründerkreis des Vereins und bekleidete seitdem diverse Ämter. Das wöchentliche Judotraining schaffe Erfolgserlebnisse, denn stets lernen die Kleinen etwas Neues und können sich dabei prima austoben.
Die Kleidung ist robust und widerstandsfähig, denn der Partner muss sie greifen können, ohne dass sie reißt. Der Gürtel zeigt das Können des Judokas an. Weiß ist die Farbe des Anfängers und Schwarz die des Besten. Dazwischen liegen viele Abstufungen. Einmal im Jahr gibt es praktische Prüfungen, bei denen das Erlernte abgefragt wird. Wer sie erfolgreich meistert, bekommt einen neuen Gürtel. Ob Leistungssport oder Hobby - diejenigen, die Lust auf Wettkämpfe haben, bekommen die Möglichkeit dazu.
Wer neugierig geworden ist, ist beim Training immer willkommen. Infos, auch
zu den Trainingszeiten, gibt es bei Matthias Fischer,
06151-273494,
oder im Internet unter www.jvl-online.de (>> Ansprechpartner).
(Langener Zeitung)