Für einen Basketballer oder einen Handballer ist es das Normalste von der Welt, für einen Judoka ist es schon etwas Besonderes in einer Mannschaft zu kämpfen. Im Vorfeld der Bezirksmannschaftsmeisterschaften der U14 wurde deshalb von den Verantwortlichen des 1. Judo Vereins Langen kräftig die Werbetrommel gerührt, galt es doch für eine Langener Auswahl 8 unterschiedliche Gewichtsklassen zu besetzen.
Die Mannschaft
hintere Reihe von links:
Darius Jourdan -43kg, Nils Oth (Coach), Constantin Menche -40kg,
Jürgen Schlesinger (Coach), Nils Hoffmann +55kg, Carsten Geppert -50kg,
Christian Tran -55kg, Tim Schneider -46kg
vordere Reihe von links:
Bär (Maskottchen), Sascha Fassmann -34kg, Frederick Karbstein -37kg,
Florian Schlesinger -40kg, Tobias Weichel -34kg.
Am vergangenen Sonntag traf sich schließlich der JVL mit zwölf (!) eigenen U14-Kämpfern und weiteren 8 Vereinen aus Südhessen in Darmstadt um den diesjährigen Bezirksmeister zu ermitteln. Gleichzeitig galt diese Meisterschaft als Qualifikation für einen der 16 Startplätze für die hessischen Mannschaftsmeisterschaften.
Zum Auftakt wurde Langen gegen die Kampfgemeinschaft Lorsch/Rimbach gelost. Als Leichtester musste Jannick Lippert auf die Matte. Der Sieg über seinen, über einen Kopf größeren Gegner, war der Auftakt zu einem Nachmittag, der allen Langener Kämpfern aus sportlicher Hinsicht in freudiger und enttäuschter Erinnerung bleiben sollte. Angefeuert von Mannschaftskameraden und Betreuern wurde schließlich Lorsch/Rimbach mit 5:3 bezwungen.
Im Viertelfinale stand den Langenern der JC Bürstadt gegenüber. Auch hier war es ähnlich spannend, denn wie zur Auftaktbegegnung stand es nach 5 Kämpfen durch Siege von Jannick Lippert und Florian Schlesinger 2:3 gegen Langen. Doch auf die “schweren Jungs” war an diesem Tag jederzeit Verlass. Wie im ersten Kampf punkteten bis 50kg Carsten Geppert, -55kg Christian Tran und über 55kg Nils Hoffman, sodass es am Ende wiederum 5:3 für Langen stand.
Langen stand somit im Kampf um den Einzug ins Finale dem SV Darmstadt 98 gegenüber. Es wurde ein unglaublich spannendes Halbfinale mit einer tollen Stimmung und Lautstärke. Schließlich stand es in dieser Klassebegegnung nach 8 Kämpfen (Siege durch Lippert, Tran, Geppert, Hoffmann) 4:4 unentschieden. Da ein Sieger ermittelt werden musste, wurden drei Gewichtsklassen ausgelost, in denen die Kämpfer noch einmal antreten mussten. Und bei diesem Losentscheid wurden zum Entsetzen der Langener, die stärksten Darmstädter ausgelost, sodass schließlich Darmstadt das Finale bestreiten durfte und Langen ins kleine Finale geschickt wurde.
Dort wartete dann die, objektiv betrachtet, stärkste Mannschaft des Turniers, der JC Rüsselsheim. Auch sie hatte sich eine 4:4 n.V. Niederlage in der Vorrunde eingehandelt. Im Kampf gegen die Jugend des Bundesligisten hatte die Langener erstmals an diesem Nachmittag keine Chance und verloren deutlich mit 2:6 und landeten schließlich auf dem 5. Platz.
Am Ende des Turniers wusste von den Langenern eigentlich keiner, ob er sich, ob der tollen Leistung freuen, oder aufgrund der verpassten Chance ärgern sollte. Sie hatten im regulärem Kampfverlauf gegen den späteren Sieger Darmstadt 98 nicht verloren, hatte den Dritten JC Bürstadt (im Judo gibt es zwei Kämpfe um den Dritten Platz) in der Vorrunden geschlagen und standen am Ende doch mit leeren Händen da.
Was aber in jedem Fall bleibt ist das Gefühl in einer Mannschaft gekämpft zu haben, und dass ist wie gesagt für einen Judoka etwas Besonderes.
(js)