Bei den Bezirkseinzelmeisterschaften konnten sich drei Kämpfer des 1. Judo-Vereins Langen für die Hessischen qualifizieren, die an diesem Wochenende in Bad Hersfeld stattfanden.
Für die beiden leichten Kämpfer, Jannick Lippert (-31 Kg) und Darius Jourdan (-40 Kg), war die Nacht am Sonntag Morgen schon früh zu Ende. Immerhin mussten sie bereits kurz nach neun Uhr in Bad Hersfeld zum Wiegen erscheinen. Und die frühe Uhrzeit, so sollte sich leider zeigen, ist wohl nicht ganz das richtige für die beiden.
Jannick Lippert erwischte in seinem ersten Kampf einen größeren Gegner. Seine Lieblings-Technik Koshi-guruma, bei der er um den Kopf des Gegner greifen muss, konnte er da nicht wirkungsvoll zum Einsatz bringen. Bei einem solchen Versuch konnte sein Gegener dann mit Tani-otoshi kontern.
Da in der U14 im Doppel-KO-System gekämpft wird, hatte Jannick Lippert die Möglichkeit, über die Trostrunde noch einen dritten Platz zu erreichen. In seinem zweiten Kampf kann er viel besser agieren. Aber leider kommt auch hier die Spezialtechnik nicht zum Zuge, er kann aber mit einem Beinfeger eine Wertung erzielen. Am Ende der dreiminütigen Kampfzeit liegt er leider mit nur einem Waza-Ari gegen einen Waza-Ari und Yuko zurück.
Darius Jourdan kämpfte in der Gewichtsklasse -40 Kg. Der erste Kampf endet spektakulär nach wenigen Sekunden: Darius wurde völlig überrascht und mit einem Tani-otoshi auf den Rücken gelegt. Im zweiten Kampf kämpft er dann vorsichtiger. Aber nach rund einer Minute kann er dem kräftigen Zug des Gegners nicht standhalten und wird mit einer großen Hüfttechnik geworfen.
Damit waren zunächst beide Langener Judoka ausgeschieden. Und obwohl der Ausrichter 4 Kampfflächen ausgelegt hat und zahlreiche Schiedsrichter anwesend waren, hatte die Veranstaltung doch ihre Längen. Es dauerte bis drei Uhr am Nachmittag, bis die Kämpfe in den oberen Gewichtsklassen endlich beginnen konnten.
Nils Hoffmann aus Neu-Isenburg musste in der Bärenklasse (über 60 Kg) antreten. Er brauchte erst zu einem späteren Wiegetermin anzureisen, und das scheint gut geholfen zu haben.
Den ersten Kampf gewinnt er vorzeitig mit einer Hebel-Technik. Beim Übergang in den Bodenkampf gelingt es ihm, seinen Gegner in einen Haltegriff zu nehmen. Dieser kann sich aber zunächst herauswinden. Nils setzt eine Spezialtechnik im Boden an, mit der er schon oft die kampfentscheidende Wendung erreicht hat: mit dem Dreiecksgriff versucht er, seinen Gegner aus der Bankposition in die Rückenlage zu drehen. Sein Gegner lässt sich aber nicht umkippen, und so ergibt sich für Nils ein Gyaku-ude-garami, eine Hebeltechnik ähnlich dem “Polizeigtriff”. Der Kampfrichter gibt dafür Ippon, einen vollen Punkt. Damit ist der Kampf vorzeitig entschieden.
Auch den zweiten Kampf kann Nils Hoffmann im Boden gewinnen. Er gelangt in einen Haltegriff und kann die Befreiungsversuche des Gegners diesmal erfolgreich abwehren. Nach 25 Sekunden im Haltegriff ist der Kampf gewonnen.
Im Halbfinale trifft Nils Hofmann dann auf seinen Angstgegner von der Qualifikation. Gegen ihn hatte er vor zwei Wochen noch verloren, doch heute lief es besser. Sein Gegner versucht nur halbherzig einen Angriff. Das nutzt Nils aus und kontert mit Tani-otoshi. Mit 13 Sekunden war das ein kurzer Kampf, der die Kräfte schont.
Die Finalkämpfe aller Gewichtsklassen wurden am Ende der Veranstaltung auf einer zentralen Mattenfläche ausgetragen, in aufsteigender Reihenfolge. Und so blieb für Nils Hoffmann der letzte Kampf des Tages übrig. Er bewies aber wieder Nervenstärke, oder vielleicht wollte er nur endlich nach Hause (immerhin war es bereits weit nach 18:00 Uhr). Sein Gegner macht einen falschen Schritt und wird prompt wieder mit Tani-otoshi geworfen, ein vorzeitiger Sieg nach nur 4.6 Sekunden.
Wir gratulieren unserem Hessenmeister und wünschen ihm
viel Erfolg bei der SW-Deutschen Meisterschaft.
(tr)