In der ersten Woche der Sommerferien hat der Judo-Verein Langen zusammen mit
befreundeten Vereinen aus Nordrhein-Westfalen eine Freizeit für Kinder und
Jugendliche ausgerichtet. Die Organisation der Fahrt lag in den bewährten
Händen von Dr. Jörg Steinwascher, der vor wenigen Wochen wieder den zweiten
Platz bei den deutschen Kata-Meisterschaften erreichte.
Rund 50 Kindern sind in die Nähe von Paderborn zur Jugendherberge Wewelsburg gefahren. Die Burganlage besteht bereits seit dem Mittelalter. Die heutige Form der Dreiecksburg wurde vor rund vierhundert Jahren erbaut.
Für die Judoka ist die Wewelsburg eine gute Adresse, denn es sind dort Judo- Matten vorhanden. Im obersten Stock eines großen Rundturmes gibt es einen Gymnastikraum, in dem ein Dojo eingerichtet werden konnte. Und so standen dann auch mehrere Trainingseinheiten auf dem Stundenplan. Begonnen wurde traditionell mit einem Mitternachtstraining am ersten Abend.
So schön das sonnige Wetter auch für die Spiele im Freien war, so anstrengend war aber das Training auf der Matte. Die Trainer legten daher einen Schwerpunkt auf Bodentechniken und Haltegriffe. Zusätzlich zu den Trainern aus den Vereinen waren Gastreferenten eingeladen worden. Dadurch war bei den Teilnehmern auch für Abwechslung vom Trainingsalltag gesorgt.
Ein besonderes Highlight war eine Trainingsstunde mit Bodo Monschau, 6. Dan im Shotokan-Karate. Hier konnten die Judoka mal ein wenig über den Tellerrand hinausschauen und eine andere Kampfsportart erleben. Auch wenn Schläge und Tritte für die Judoka völlig ungewohnte Bewegungen sind, so haben doch alle fleißig geübt und auch die Partnerübungen ohne Blessuren überstanden.
Passend zur Umgebung wurde die Freizeit in diesem Jahr unter das Motto "Ritter und Mittelalter" gestellt. Dieses Thema wurde aber weniger historisch angegangen, als vielmehr in guter Hollywood-Manier. Den Rahmen bildete eine -- frei erfundene-- Geschichte mit allen notwendigen Zutaten: Könige, Ritter, Prinzessin, Ungeheuer und Hexe.
Damit die "Ritter" ihre Rolle auch gut spielen konnten, wurden aus Heimwerker-Material Schwerter und Schilde gebastelt. Jede Gruppe hatte sich die Farben und ein Wappen ausgesucht. Dieses Zeichen malten sie auf die Schilde. Komplettiert wurde das Erscheinungsbild durch einen Waffenrock, von denen eine Mutter in langen Arbeitsstunden für jeden Teilnehmer einen vorbereitet hatte. Auch die Betreuer spielten mit und trugen eine passende mittelalterliche Gewandung. In diesem Aufzug zogen die Gruppen dann durch Wald und Flur. So manch ahnungsloser Passant oder Spaziergänger wird sich wohl über diese Truppe gewundert haben.
Um die stärksten Helden, denn der Geschichte nach würden nur diese das Ungeheuer bezwingen können, aus der Schar der Ritter herauszufinden, wurde ein Ritterturnier ausgerichtet. Die Recken mussten sich in verschiedenen Disziplinen messen. Beim Ringe-Stechen wurde versucht, mit einer Lanze mehrere Ringe im Vorbereiten einzusammeln. Dazu kletterte jeweils einer der Helden auf den Rücken eines anderen, der dann bei dieser Übung als Streitroß aushelfen musste. Die echten Pferde waren leider gerade alle unterwegs.
Weitere Disziplinen waren Bogen-Schießen, der ritterliche Zweikampf mit Schwert und Schild, sowie die Schwamm-Schlacht um den gegnerischen Wassereimer.
Nach einer Stärkung am Lagerfeuer mussten sich die Ritter schließlich bei einbrechender Dunkelheit aufmachen, ihre Aufgaben zu erfüllen. Die Sieger aus dem Turnier wurden zum Ungeheuer geschickt, die übrigen mussten eine Hexe einfangen. Beide Gruppen waren erfolgreich, und so endete die Geschichte mit der Erlösung der Prinzessin.
Im Rahmen der Freizeit hatten die Kinder auch Gelegenheit, die Prüfung in den verschiedenen Disziplinen der Judo-Safari abzulegen. Die Judo-Safari ist ein Vielseitigkeitswettbewerb für Kinder. Neben dem Judo-Wettkampf müssen die Kinder auch ihr Können in Weitsprung, Werfen und Laufen beweisen. Als Belohnung erhalten die Kinder ein Abzeichen in einer der bekannten Gürtelfarben, vom gelben Känguruh bis zum schwarzen Panter.
Nach vier ereignisreichen Tagen konnten die Eltern dann ihre Kinder wieder abholen. Die Fahrt war wie immer ein guter Einstieg in die Sommerferien.
(trr)