Die Judoka aus Langen und Neu-Isenburg waren auch am vergangenen Wochenende – wie schon in den Wochen zuvor – unterwegs, um ihr Können auf Wettkämpfen unter Beweis zu stellen. Dieses Mal fand in Bürstadt das jährliche Katana-Turnier statt. Mit insgesamt über 500 Teilnehmern aus Hessen und den angrenzenden Landesverbänden ist es eine gut besuchte Veranstaltung, bei der mit vielen anspruchsvollen Gegnern gerechnet werden muss.
Das Teilnehmerfeld des 1. JV Langen zeigte sich in bewährter Besetzung: In der U14 starteten Vanessa Tyminski, Anica Schlesinger und Franziska Gaußmann; bei den Jungen starteten Florian Schlesinger, Rene-Alexander Dörner, Jannick Lippert, Maximilian Menche. In dieser Altersklasse werden die Kämpfer in vorgegebene Gewichtsklassen eingeteilt. In einer Gewichtsklasse können dann auch mal 16 oder mehr Kämpfer aufeinander treffen. Die Kämpfe werden in einem KO-System ausgetragen. Es kommt also darauf an, bereits von Anfang an konzentriert zu kämpfen, um nicht vorzeitig aus dem Turnier auszuscheiden.
Vanessa hat routiniert ihre Kampferfahrung ausgespielt. Im Stand kann sie ihre Gegnerinnen kontrollieren. Immer wieder bringt sie ihre Gegnerinnen mit Wurfansätzen in Schwierigkeiten und kann dabei wertvolle Punkte erzielen. Im ersten Kampf hat sie ihre Gegnerin in den Boden gebracht und dort durch Haltegriff gewonnen. Auch im zweiten Kampf gelang der Sieg mit einer Bodentechnik: Nach einem Wurf wollte sich die Gegnerin in der Bank verteidigen, aber Vanessa nutzte dies zu einem Juji-gatame (Armhebel). Auch diese technick demonstrierte sie zur Freude der Trainer wie aus dem Lehrbuch.
Im Finalkampf wurde es für Vanessa schwieriger. Ihre Gegnerin lies sich gar nicht erst auf einen Bodenkampf ein. Im Stand gelang es keiner der Kämpferinnen, den Kampf vorzeitig für sich zu entscheiden. Nach Ablauf der Kampfzeit lag Vanessa in den Wertungen etwas zurück und verlor daher diesen Kampf. Damit stand für sie der 2. Platz fest.
Bei Anica Schlesinger waren 5 Teilnehmerinnen in der Gewichtsklasse. Es wurde daher ausnahmsweise jeder gegen jeden gekämpft. Anica hat in zwei Kämpfen jeweils mit Waza-ari (zweithöchste Wertung), bzw. Koka (kleiner Wertung) vorn gelegen. Überlegt konnte sie diesen Vorsprung bis zum Ende der Kampfzeit halten. Sie fügte dann noch einen dritten Sieg mit Ippon hinzu. Aber obwohl Anica damit drei Kämpfe für sich entscheiden konnte, reichte es für sie nur zum dritten Platz. Bei Gleichstand der gewonnen Kämpfe entscheidet nämlich die Unterbewertung, und da waren zwei andere Teilnehmerinnen knapp vor ihr.
Franziska hatte mehr mit ihrer Nervosität vor dem Turnier zu kämpfen als mit ihren Gegnerinnen auf der Matte. In der Gewichtsklasse bis 63kg waren nur drei Kämpferinnen angetreten. Obwohl als Neuling auf der Wettkampffläche, konnte Franziska ihre erste Gegenerin mit O-soto-gari, einer Wurftechnik, bei der dem anderen ein Bein weggezogen wird, auf den Rücken werfen und erzielte damit Ippon. Auch im zweiten Kampf besiegte sie ihre Gegnerin mit einer Fußtechnik. Damit blieb Franziska in ihrer Gewichtsklasse als einzige ungeschlagen und erreichte verdient den ersten Platz.
Florian Schlesinger zeigte in der Klasse bis 55kg, dass man mit drei Siegen klar machen kann, wer ganz oben auf das Treppchen gehört. Im ersten Durchgang gelang ihm mit O-uchi-gari ein guter Konter, den zweiten Kampf gewann er deutlich mit Haltegriff. Auch den Finalkampf konnte er mit Ippon für sich entscheiden und landete so auf dem 1. Platz.
Rene ist in der gleichen Gewichtsklasse gestartet, hatte aber weniger Erfolg und musste sich in zwei Kämpfen geschlagen geben.
Die beiden Leichtgewichte Maximilian Menche und Jannick Lippert mussten beide in der gleichen Gewichtsklasse -37kg starten. Diese Gewichtsklasse war dazu noch sehr zahlreich besetzt. Maximilian musste in seinem ersten Kampf über die gesamte Wettkampfzeit gehen. Sein Gegner lag am Ende der Kampfzeit mit einer Waza-ari-Wertung vorn. Für Maximilian ging es daher in der Trostrunde weiter. Im zweiten Kampf hat sich Maximilian im Bodenkampf zunächst einen Haltegriff erarbeitet, dann daraus weiter eine Hebel-Technik entwickelt. Damit hatte er den Kampf vorzeitig für sich entscheiden können. Im dritten Kampf stand er Jannick gegenüber, verlor hier aber nach längerem Gerangel unter Trainingskameraden. In dieser stark besetzten Gewichtsklasse reichte es daher für Maximilian nicht für eine Platzierung.
Jannick (Bild) konnte in zwei Kämpfen sehr erfolgreich Ko-soto-gari als Angriffstechnik einsetzen. Er überraschte seine Gegner in der Anfangsphase der Kämpfe und erzielte jeweils einen kampfentscheidenden Ippon. So konnte er auch Kraft für die noch folgenden Kämpfe sparen. In seinen zweiten Kampf wurde Jannick aber mit einer Haltetechnik im Boden festgehalten. Nachdem es ihm innerhalb der erlaubten 25 Sekunden nicht gelang, sich aus der Haltetechnik zu befreien, war der Kampf für den Gegner entschieden. In der Trostrunde konnte Jannick dann wieder punkten. Im fünften Kampf an diesem Tag stand Jannick im kleinen Finale. Dort konnte er er sich gegen seinen Gegner nicht durchsetzen, so dass es mit einem 5. Platz auch für ihn leider nicht auf das Siegerpodest reichte.
Nachdem am Samstag die U14 einige gute Platzierungen vorgelegt hatte, mussten die Jüngsten in der U11 am Sonntag nachziehen. Insgesamt erwartete der Veranstalter auch am Sonntag rund 300 Teilnehmern. Im Vergleich zu den Vorjahren waren in dieser Altersklasse aber nur sehr wenige Judoka vom JVL am Start.
Den Anfang machte Aki Ueno aus Neu-Isenburg. Mit seinen 24 Kilogramm startete er in der zweit leichtesten Gewichtsklasse. In seinem ersten Kampf zeigt Aki ein starken Griff gegen einen motivierten Gegner, der zwar immer wieder schöne Wurfeingänge zeigte, aus denen konnte sich Aki aber geschickt herauswinden. Nach einer Strafe für Aki musste er sich nun anstrengen, um nicht mit einem Koka (kleinste Wertung) zu verlieren. Konditionell war Aki seinem Gegner überlegen, und konnte, als dieser einen Hüftwurf ansetzte, ihn mit der gleichen Technik kontern. Der Gegner war von dieser Linkstechnik so überraschend, dass er nicht mehr reagierte. Mit einem Ippon (voller Punkt) beendete Aki damit diesen Kampf vorzeitig. In seinem zweiten Kampf zeigte Aki sehr schnell, wer auf der Matte gewinnen wird und warf seinen Gegner wieder links mit einem Hüftwurf. Hier zeigt sich auch die Wettkampfroutine, die sich Aki durch seine regelmäßige Teilnahme an Turnieren in den vergangenen Jahren erworben hat. Im folgenden Finale wiederholte Aki seine Spezialtechnik zum dritten Mal, ebenso erfolgreich und wieder von den Kampfrichtern mit Ippon belohnt. Aki kann in seinem letzten Jahr U11 einen weiteren ersten Platz beanspruchen.
Jonas Jourdan (Bild) hatte in der Klasse bis 31kg nicht soviel Glück im ersten Kampf. Mit einem Fußfeger erzielte er eine mittlere Wertung (Yuko) und ging zunächst in Führung. Kurz vor Ende der Kampfzeit von 2 Minuten konnte ihn sein Gegner aber mit O-Soto-Gari so auf die Körperseite werfen, dass er einen Waza-ari (zweithöchste Wertung) erhielt. Jonas gelang es dann bis zum Ende der Kampfzeit nicht mehr, dass Blatt zu wenden, obwohl er noch einmal alles versuchte. Der zweite Kampf verlief am Anfang wieder erfreulich, nach einem Uki-Goshi führte Jonas zwar nur mit einer kleinen Wertung (Koka), kämpfte aber beständig und mit deutlicher Überlegenheit. Nachdem Jonas allerdings wiederholt in den Nacken des Judogis seines Gegners griff, wurde Jonas mit einem Koka für seinen Gegner bestraft. Dieser war davon beflügelt und warf Jonas einen Hüftwurf der mit Yuko belohnt wurde. Damit ging leider auch dieser Kampf nach zwei Minuten nur allzu knapp verloren. Etwas enttäuscht von den zwei Niederlagen ging Jonas beim dritten Kampf auf die Matte. Hier stand er dem Favoriten dieser Gruppe gegenüber. Aber Jonas gelang eine Sensation, er warf diesen Gegner mit einem O-Goshi links und gewann mit Ippon. Durch diesen hohen Sieg und die nur knappen Niederlagen hatte er die besseren Unterbewertungen und blieb in der Tabelle auf Platz 2.
Robert Kupke (ebenfalls Neu-Isenburg) in der Gewichtsklasse bis 41kg passte im ersten Kampf nicht auf und wurde erst mit einem Uchi-Mata (Schenkelwurf) geworfen, dann vom Gegner im Boden festgehalten. Im folgenden Kampf überzeugte er mit einem schnellen O-Goshi, der zwar auch nicht zu einer ganzen Wertung führte, aber daraus entwickelte er gefuchst einen Haltegriff und entschied den Kampf vorzeitig für sich.. In seinem dritten Kampf verlor er wieder gegen einen technisch versierteren Gegner, der dem ungestümen Vorwärtslaufen von Robert auswich und Roberts Schwung zu einem Wurf ausnutzen konnte.
Alexej Krustikov (ebenfalls Neu-Isenburg) bestritt an diesem Tag sein erstes Turnier. Auch er erkannte, dass der Unterschied zu den Übungskämpfen im Training enorm ist. Er verlor seine ersten beiden Kämpfe gegen die erfahreneren Gegner. Im für diesen Tag letzten Kampf konnte er sich doch noch einmal den Wunsch eines Sieges erfüllen. Mit einer großen Außensichel und einem anschließenden Kesa-gatame (Haltegriff) besiegte er den dritten Gegner.
Mit einem 1., einem 2. und zwei 3. Plätzen konnten damit auch die Kämpfer der U11 ein beachtliches Ergebnis vorweisen.
(trr)