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Stand: 4.1.2008
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Zeittafel zur Entwicklung des Budo-Sports in Deutschland und Europa

1876-1892

Der Medizinprofessor Hofrat Dr. Baelz lehrt an der Kaiserlichen Unioversität in Tokio. Während seinem Aufenthalt in Japan erlernt er Jiu-Jitsu.

1894-1905

Durch verschiedene militärische Ereignisse In Asien (Boxer-Aufstand in China 1894 bis 1901 und den russisch-japanischen Krieg 1904-1905) tauchen in der europäischen Presse zum ersten Male Berichte über gefährliche asiatische Nahkampftechniken auf, die dort auch als Sportarten gelehrt werden.

Man nannte diese Verteidigungsart Jiu Jitsu, das heißt Siegen durch Nachgeben, damit soll gesagt sein, dass man bei einem körperlichen Angriff sich nicht mit Kraft widersetzt, sondern die Angriffe des Gegners auffängt, in der Angriffsrichtung fortsetzt und unterstützt.

1901

Japanische Sportler führen in London auf Variete-Bühnen und im Zirkus erstmals in Europa diese Sportarten vor.

1906

Nach dem russisch-japanischen Krieg kommen zwei japanische Kreuzer nach Kiel zu einem Freundschaftsbesuch und werden dort vom deutschen Kaiser Wilhelm II. begrüßt. Bei dieser Gelegenheit werden Wilhelm II. auch diese asiatischen Nahkampftechniken vorgeführt, und er gibt Anweisung, einen Jiu Jitsu Lehrer zu engagieren. Es kommt der Japaner Agitaro Ono nach Deutschland und gibt Unterricht in der Militärturnanstalt Berlin und in der Hauptkadettenanstalt Lichterfelde.

Etwa zu gleicher Zeit kommen privat die Japaner Katsuguma Higashi, Jukio Tani, Raku Uynichi und Taro Mayaki nach Deutschland und lehren hier Jiu Jitsu.

1906

Der bedeutendste Schüler dieser Japaner ist Erich Rahn aus Berlin, der im Jahre 1906 die erste deutsche Jiu Jitsu Schule gründet.

1910

Die Berliner Kriminalpolizei lässt ihre Beamten durch Erich Rahn im Jiu Jitsu ausbilden.

1913

Erich Rahn erhält einen Lehrauftrag für Jiu Jitsu an der Militärturnanstalt in Berlin.

1914-1918

Während des ersten Weltkrieges ruht die weitere Entwicklung des Jiu Jitsu.

1919

Wiederbeginn des Jiu Jitsu Sportes In Deutschland.

10.10.1922

Gründung des ersten deutschen Jiu Jitsu Clubs Frankfurt am Main durch Alfred Rhode.

1922

Im gleichen Jahr werden noch der Jiu Jitsu Club Wiesbaden, der 1. Berliner Jiu Jitsu Club und die Jiu Jitsu Abteilung des Polizei-Sportvereins Frankfurt am Main gegründet.

Erich Rahn erringt im Berliner Sportpalast die "erste deutsche Professional Meisterschaft" in Jiu Jitsu gegen Reuter aus München in der ersten Runde durch Beinschere.

1923

Der 1. deutsche Jiu Jitsu Club Frankfurt und die Jiu Jitsu Abteilung des Polizei-Sportvereins Frankfurt tragen in der Turnhalle der Gutleutkaserne erstmalig die Stadtmeisterschaften von Frankfurt am Main aus, die von der Jiu Jitsu Abteilung des Polizei-Sportvereins mit 10 : 6 gewonnen werden.

1.10.1924

Gründung des "Reichsverbandes für Jiu Jitsu" (RFJ). Erster Vorsitzender ist Walter Strehlow.

1925

Erstmalig erscheint die illustrierte Monatszeitschrift "Jiu Jitsu" zum Preis von RM 0,15. Merkwürdigerweise haben die Nummern kein Datum. Auf der Sitzung vom 21.6.1925 verpflichtet sich der Reichsverband für Jiu Jitsu zur Abnahme von 400 Exemplaren.

7.4.1925

Wie schwierig es seinerzeit war, Jiu Jitsu als Sport populär zu machen, zeigt dieser Vorgang. Unter diesem Datum schreibt das "Berliner Tageblatt" an den Reichsverband für Jiu Jitsu, auf dessen Vorhaltungen hin folgendes:

"Über Jiu Jitsu können wir im Sportteil nichts bringen, da wir Jiu Jitsu nicht als Sport betrachten. An dieser Überzeugung ändert auch die Tatsache nichts, dass ein Reichsverband für Jiu Jitsu gegründet wurde."

1925

Erste Kontaktaufnahme mit Judo Vereinen in England durch Alfred Rhode.

Erster Kontakt des RFJ mit der "Federazione Jiu Jitsuistica Italiana".

An der deutschen Hochschule für Leibesübungen in Berlin wird Jiu Jitsu in das Arbeitsprogramm aufgenommen. Den Unterricht erteilt Rudolf Krotki.

4.2.1925

Es gelingt dem RFJ eine Unfallversicherung für seine Mitglieder abzuschließen. Der Beitrag beträgt RM 0,20 monatlich.

7.4.1925

Der RFJ halt seine erste ordentliche Generalversammlung ab.

1925

Die Berliner Vereine tragen ihre erste Jiu Jitsu-Meisterschaft von Berlin für Amateure im Kriegervereinshaus Chausseestraße 94 aus.

27.5.1925

Der Reichsverband für Jiu Jitsu wird ins Vereinsregister eingetragen.

20.10.1925

Auf der Sitzung des Reichsverbandes für Jiu Jitsu wird die Einführung einer Punktwertung bei Wettkämpfen durch Mehrheitsbeschluss abgelehnt.

Auf der gleichen Sitzung wird jede Betätigung politischer oder religiöser Art verboten.

26.10.1925

Inzwischen haben sich die Jiu Jitsu-Kämpfer in zwei Lager gespalten, Berufskämpfer und Amateure. Auf der Sitzung des RFJ wird der Ausschluss aller Berufskämpfer und selbständigen Sportlehrer, soweit sie nicht einem Amateurverein angehören, beschlossen. Dieser Beschluss hat ab sofort Gültigkeit.

2.11.1926

Durch ein Rundschreiben des RFJ wird bekannt gegeben, dass alle Verbands- oder Clubmeister zum Tragen von farbigen Gürteln berechtigt sind. Gürtelprüfungen fanden nicht statt. Die Farbe des Gürtels unterlag keiner Vorschrift.

8./9.1926

Anlässlich der ersten deutschen Kampfspiele in Köln fanden auch die ersten deutschen Einzelmeisterschaften im Jiu Jitsu statt. Die Kämpfe waren am 8./9. Juli 1926 im Bürgergesellschaftssaal der Stadt Köln.

22.-24.7.27

Deutsche Jiu Jitsu Einzelmeisterschaft in Swinemünde.

1928

Die in München vorgesehenen Deutschen Jiu Jitsu Einzelmeisterschaften mussten wegen plötzlich auftretender Terminschwierigkeiten abgesagt werden.

14./15.9.29

Deutsche Jiu Jitsu Einzelmeisterschaften in Leipzig.

15.11.1929

Nach längerem Schriftverkehr fanden die ersten internationalen Judo Kämpfe zwischen dem Budokwai London und dem 1. deutschen Jiu Jitsu Club Frankfurt am Main, im großen Saal des Palmengartens statt.

Vor den Kämpfen fand eine Regelaussprache statt. Daran nahmen teil: für London Meister Koizumi und Marcus Kaye, für Deutschland Alfred Rhode, Edgar Schäfer und Philip Breitstadt.

17.11.1929

An diesem Tag kämpfte die englische Mannschaft gegen den Jiu Jitsu Club 1922 Wiesbaden.

Sowohl in Frankfurt, als auch in Wiesbaden siegte London. Diese Begegnungen waren von ungeheurer Bedeutung, da die deutschen Judoka erstmalig mit dem Begriff "Judo" in Theorie und Praxis vertraut gemacht wurden. Dabei konnte festgestellt werden, dass zwischen dem in Deutschland bis dahin gepflegten Jiu Jitsu und dem japanischen Judo doch ein bedeutender Unterschied bestand. Das deutsche Jiu Jitsu war als Selbstverteidigung sehr schön, für sportliche Wettkämpfe jedoch vollends ungeeignet.

1930

Zu dieser Zeit gibt es in Deutschland drei Verbände mit Jiu Jitsu treibenden Vereinen: Reichsverband für Jiu Jitsu mit 30 Vereinen Deutscher Athletik Sportverband mit 60 Abteilungen Arbeiter Sportkartell mit 20 Abteilungen

1930

Erstmalig kämpfen deutsche Judoka aus Frankfurt und Wiesbaden in England und zwar am 5. 11. in Ealing, am 6. 11. in Cambridge (Universität), am 7. 11. in Slough, am 8. 11. in London gegen "The Budokwai" und am 10. 11. in Birmingham (Midland Judo Club).

April 1930

Die Universitäten Köln und Hamburg haben Jiu Jitsu in das Programm der pflichtgemäßen Leibesübungen aufgenommen. Lehrer in Köln ist Heinrich Frantzen. Lehrer in Hamburg ist Daurer.

1931

Der Rundfunksender Köln Langenberg strahlt einen Selbstverteidigungs-Lehrgang in Boxen und Jiu Jitsu aus, Lehrer ist Dr. Bach aus Köln.

1931

Die Norddeutsche Rundfunk AG mit ihren Sendern Hamburg, Hannover, Bremen, Kiel, Flensburg bringt in der Zeit von April bis Juni einen reinen Jiu Jitsu Lehrgang. Die Leitung hat Sportlehrer Daurer.

7.-12.8.32

Erste internationale Judo-Sommerschule im Frankfurter Waldstadion unter Leitung von Alfred Rhode. Lehrer waren damals die Japaner Koizumi, Prof. Tani aus London, Prof. Ishiguro aus Paris und Dr. Kitabatake aus Berlin. An diesem Lehrgang nahmen neben Engländern, Ungarn, und Schweizern viele Judoka aus Deutschland teil. Sie haben hier in Frankfurt zum erstenmal Judo gesehen, waren hell begeistert und man kann sagen, dass dies die Geburtsstunde des deutschen Judo überhaupt war.

Die Judo-Sommerschulen wurden im Anschluss jährlich in der ersten vollen Woche des August durchgeführt. Die letzte Judo-Sommerschule war im August 1939.

11.8.1932

Anlässlich der Judo-Sommerschule wurde am 11. 8. 1932 der Deutsche Judo Ring gegründet. Der 1. Vorsitzende war Alfred Rhode. Am gleichen Tag gründeten die Vertreter der anwesenden Nationen die Europäische Judo Union. Die Leitung der EJU wurde dem Budokwai London übertragen.

Aug. 1933

Im August 1933 wurde der gesamte deutsche Judo-Sport unter der Sparte "Judo" in das Fachamt Schwerathletik des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen eingegliedert.

Die Leitung der Sparte Judo übernahm zuerst Werner Glasenapp, Berlin, der nach einiger Zeit von Max Hoppe, Berlin, abgelöst wurde.

Max Hoppe ist es gelungen, das etwas erstarrte System sportlich aufzulockern, so dass es auch möglich wurde, wieder internationale Kämpfe durchzuführen.

1933

Prof. Jigoro Kano bereiste damals mit einigen Judoka Europa und besuchte bei dieser Gelegenheit auch Deutschland. Die Sparte "Judo" im Fachamt Schwerathletik im NSRL organisierte damals Lehrgänge in Berlin und München und berief Prof. J. Kano und seine Begleiter als Lehrer.

Die Lehrgänge fanden statt: am 11. bis 22. Juli in Berlin und am 11. bis 18. September in München.

Während des Lehrgangs in Berlin fand eine Aussprache zwischen Prof. J. Kano und dem damaligen Reichssportführer v. Tschammer u. Osten statt. Bei dieser Gelegenheit wurde die Bezeichnung "Judo" amtlich für ganz Deutschland eingeführt.

26.10.1934

Internationale Mannschaftskämpfe zwischen dem 1. Deutschen Judo Club Frankfurt am Main und dem Jiu Jitsu Club Zürich im Theatersaal der Kaufleute in Zürich. Frankfurt siegte mit 6 : 4.

30.11.-2.12.1934

Erstmalig werden in Europa Einzelmeisterschaften im Judo ausgeführt.

Veranstalter war die Sparte Judo im Fachamt Schwerathletik im NSRL, Ausrichter war der 1. Dresdner Jiu Jitsu Club. Die Kämpfe fanden im Kristallpalast in Dresden statt.

23.11.1935

Internationale Judo-Mannschaftskämpfe zwischen England, Schweiz und Frankfurt am Main im Kegler-Sporthaus, Wingertstraße Frankfurt am Main. Sieger war der 1. Deutsche Judo Club Frankfurt am Main.

1936

Zur einheitlichen Ausrichtung der deutschen Judo-Vereine fand im November 1936 eine Regelbesprechung zwischen Max Hoppe, Berlin, und Alfred Rhode, Frankfurt, in Beneckenstein im Harz statt.

Die hier festgelegten internationalen Regeln waren anschließend bindend für alle Vereine.

24.4.1937

Erneute Begegnung des 1. Deutschen Judo Clubs Frankfurt am Main mit dem Jiu Jitsu Club Zürich in Zürich. Sieger ist wieder der 1. Deutscher Judo Club Frankfurt am Main.

20. 10. 1937

Internationale Mannschaft des 1. DJC und dem Judo Club Wiesbaden gegen den Anglo Japanese Judo Club London in London. Sieger ist die Mannschaft des 1. DJC und Judo Club Wiesbaden mit 7: 3.

19-11.1938

Internationale Judo-Kämpfe zwischen den Judo-Vereinen Anglo Japanese Judo Club London, Judo Club Zürich und 1. Deutscher Judo Club Frankfurt im Kegler-Sporthaus Frankfurt am Main. Sieger ist die Mannschaft aus Zürich.

Mit der Judo-Sommerschule im August 1939 schließen die internationalen Begegnungen der Judoka vor dem Krieg ab.

1939

Zu dieser Zeit gibt es schon 44 Lehrbücher über Jiu Jitsu in deutscher Sprache.

1945-1948

Verbot der Kampfsportart Judo durch die alliierten Besatzungsmächte.

1948-1956

Aufbauarbeiten innerhalb des Deutschen Athletenbundes (DAB).

19.7.1962

Gründung des "Nordrhein-Westfälischen Judoring e. V." in Köln als erster Judo-Verband außerhalb des DAB nach dem Kriege. Vorsitzender ist Heinrich Frantzen. Weitere Landesverbände folgen, zunächst in Berlin und Norddeutschland, dann auch in den übrigen Ländern.

20.9.1952

Gründung des Deutschen DAN-Kollegiums in Stuttgart, den Vorsitz hat Alfred Rhode.

5.4.1953

Ilse Brief erreicht als erste Frau in Deutschland den 1. Dan.

8.8.1953

Gründung des Deutschen Judobundes e. V. (DJB) in Hamburg, außerhalb des DAB. Vorsitzender ist Heinrich Frantzen. Angeschlossen waren zunächst die Landesverbände in West- und Norddeutschland und Berlin mit insgesamt 66 Vereinen.

31.7.1956

Bestätigung der Gründung des DJB unter dem Vorsitz des Deutschen Sportbundes in Frankfurt. Dem DJB gehören jetzt sämtliche Judo-Landesverbände der Bundesrepublik und Berlins mit 5500 Angehörigen an. A. Glucker, Stuttgart, gibt das amtliche Organ "Judo" heraus.

1.1.1957

Die Bestandsaufnahme des DJB ergibt bereits 10500 Angehörige.

Mai 1957

Heinrich Frantzen wird für 4 Jahre zum Präsidenten der Europäischen Judo-Union gewählt.

Mai 1957

Franz Sineck wird in Rotterdam bei den Judo-Europameisterschaften in der Klasse 2. Dan Europameister.

13.3.1960

Neuer Vorsitzender des DJB ist Max Depke aus Lübeck.

Mai 1960

Matthias Schießleder wird Europameister im Weltergewicht, Heiner Metzler wird Europameister im Mittelgewicht.

15.1.1961

Einführung des neuen amtlichen Organs "Judo" mit dem Erscheinungsort Lübeck. (Auflage November 1966: 23000 Exemplare.)

Mai 1961

Heiner Metzler wird bei den Judo-Europameisterschaftenten in Mailand Europameister im Mittelgewicht.

Mai 1963

Bei den Judo-Europameisterschaften in Genf wird Klaus Glahn Europameister im Schwergewicht.

15.12.1963

Gründung der Europäischen Karate-Union (EKU) in Paris.

1964

Aufnahme des Judo-Sportes in die Reihe der olympischen Disziplinen.

10.10.-24.10.1964

18. Olympische Spiele in Tokio. Für Deutschland erringen Wolfgang Hofmann, Köln, die Silbermedaille im Mittelgewicht und Klaus Glahn, Hannover, die Bronzemedaille in der Allkategorie (gleichzeitig 3. Platz der Weltmeisterschaft). Sportreferent Otto Brief war Kampfrichter.

1965

Über 30000 gemeldete ordentliche Mitglieder im Deutschen Judo-Bund (Verdoppelung seit 1958).

6.1.1965

Berufung eines Sachbearbeiters für Budo-Praktiken im DJB.

1.3.1965

Han Hosan wird Bundestrainer des DJB.

Mai 1965

Wolfgang Hofmann erringt bei den Judo-Europameisterschaften in Madrid den Titel im Mittelgewicht, Alfred Meier in der Allkategorie.

11/12.12.1965

Gründung der Karate-Kommission im DJB und erste Arbeitstagung.

17.4.1966

Erste offizielle Deutsche Karate-Einzel- und Mannschaftsmeisterschaften des DJB in Schweinfurt.

23./24.4.66

Gründung der Aikido-Kommission im DJB und erste Arbeitstagung.

15.8.1966

Yutaka Toyama, 5. Karate-Dan, wird Trainer im DJB.

26.11.1966

Die Mannschaft des DJB gewinnt den ersten Karate-Länderkampf gegen Österreich in Wien mit 3 : 2 Punkten.

Januar 1967

Erstmalige Teilnahme des DJB an der Jahresversammlung der European Kendo-Renmei (Europäische Kendo-Union) in Brüssel (vertreten durch Herrn Riemann, Leiter der Kendo-Abteilung im Judo Club Wiesbaden 1922 e. V.).

21./22.1.67

Auf dem DAN-Tag in Frankfurt a. M. wurden Sachbearbeiter für Karate und Aikido in die DDK-Kommissionen berufen (Graduierungs- und Technische Kommission).

11./12.5.67

Die deutsche Nationalmannschaft (Uzat, Egger, Miebach, Herrmann und Glahn) wird Europameister in Rom.

Peter Herrmann erringt den Einzeltitel im Halbschwergewicht.

1967

Vier Landesverbände berufen erstmals Budo-Sachbearbeiter in ihre Vorstände (Hessen, Rheinland, Saar und Schleswig-Holstein).

9./12.8.67

Bei den Weltmeisterschaften in Salt Lake City, USA, wird Klaus Glahn Vizeweltmeister in der Allkategorie und Peter Herrmann wird Dritter im Halbschwergewicht und in der Klasse Allkategorie.

14.-19.8.67

1. Internationales Kendo-Sommerlager in Wiesbaden unter der Leitung von Gerd Wischnewski.

13.9.1967

Verleihung des Silberlorbeers an die Deutsche Nationalmannschaft.

1.1.1968

Bernhard Goetz, 2. Dan Karate, wird Bundestrainer im DJB für Karate.

28.1.1968

Der Dan-Tag beschließt die Aufnahme des Ju-Jutsu als "vierten Weg". Verabschiedung der Prüfungsrichtlinien für Kyu- und Dan-Grade.

Mai 1968

Bei den Judo-Europameisterschaften in Lausanne erringt die deutsche Mannschaft (Uzat, Egger, Hofmann, Herrmann, Glahn) die Bronzemedaille. Am folgenden Tag werden Wolfgang Hofmann (Mittelgewicht), Peter Herrmann (Halbschwergewicht) und Klaus Glahn in ihren Klassen Europameister.

15.7.1968

100 Vereine im DJB haben Karate in ihr Übungsprogramm aufgenommen; Aikido wird zur gleichen Zeit in 47 Vereinen betrieben.

11.9.1968

Übernahme des Süddeutschen Taekwon-Do-Verbandes als selbständige Sektion in den DJB.

10.11.1968

Erste offizielle Deutsche Taekwon-Do-Einzel- und Mannschaftsmeisterschaft des DJB im Zirkus Krone, München.

30.11.1968

Alfred-Rhode-Pokal in Groß-Gerau zum 1. Male ausgetragen. Der Gewinner erhält eine wertvolle 50 cm hohe Bronzefigur als Wanderpreis und eine Judo-Matte Rhode Tatami in der Größe von 6 x 6 m.

22.3.1969

In Herzogenhorn findet die erste Aikido-Dan-Prüfung des DJB/DOK statt. Vor dem Bundestrainer Gerd Wischnewski und zwei ausländischen Prüfern erwerben die Lübecker Rolf Brand und Jürgen Wedding den 1. Dan Aikido.

11.5.1969

In London findet die konstituierende Sitzung des Karate-Weltverbandes (IKU) statt. Der Budo-Sachbearbeiter des DJB, Rolf Brand, wird zum Vizepräsidenten der IKU gewählt.

Mai 1969

Die deutsche Mannschaft wird in Ostende zum zweiten Mal Mannschafts-Europameister.

6. 9.1969

Start der Judo-Bundesliga

22./25.10.69

Judo-Weltmeisterschaften in Mexico. Klaus Glahn, Schwergewicht, und Peter Herrmann, Halbschwergewicht, erringen in ihren Gewichtsklassen die Silbermedaille. In der Nationenwertung erkämpft Deutschland den 2. Platz.

Sept. 1969

Erster Kyudo-Lehrgang mit Prof. Inagaki, 8. Den.

8.12.1969

Gründung der Sektion Ju Jutsu im DJB. Sachbearbeiter: Werner Heim aus Wiesbaden.

31.12.1969

Gründung der Sektion Kendo im DJB. Sachbearbeiter: Eberhard Riemann aus Wiesbaden.

24.1.1970

Max Depke, der erfolgreiche Präsident der letzten 10 Jahre, kandidiert nicht mehr. Unter seiner Leitung mit Otto Brief als Sportreferenten und Han Hosan als Bundestrainer errang der DJB höchste internationale Erfolge und Ansehen.

Robert Vetter, Karlsruhe, wird von der Bundesversammlung zum Präsidenten des DJB gewählt. Der DJB zählt jetzt 77237 Angehörige.

14.3.1970

Die Jahreshauptversammlung des DJB hebt das Verbot der Frauen-Judowettkämpfe auf. Zur Frauen-Referentin wird Wibke Miebach aus Hamburg gewählt.

Mai 1970

Europameisterschaften in Ostberlin. Klaus Glahn erringt die Goldmedaille im Schwergewicht.

30.5.1970

Karate-Europameisterschaften erstmals in Deutschland (Hamburg).

6.-12.9.1970

Internationales Trainer-Collegium in Karlsruhe-Schöneck.

31.10.1970

Erster IJF-Kongreß in Deutschland (Ludwigshafen)

Nov. 1970

Die ersten Deutschen Judo Damen-Meisterschaften finden in Rüsselsheim statt.

28.8.-5.9.1971

Die Judo-Weltmeisterschaften finden in Ludwigshafen statt. Klaus Glahn wird 2. im Schwergewicht und 3. in der Allkategorie.

Otto Brief, der erfolgreiche Sportreferent der Jahre 1964-1969, wird von der IJF zum ersten deutschen Weltkampfrichter ernannt.

9.10.1971

In Wiesbaden findet der erste offizielle Kendo-Vergleichskampf im DJB statt. Es ist eine Städtebegegnung zwischen Berlin/Hamburg und Wiesbaden/Mannheim. Knapper Sieger wird die Mannschaft aus Wiesbaden/Mannheim.

23.10.1971

Erste Sitzung der Kendo-Landessachbearbeiter in Braunschweig. Wolfgang Remp aus Mannheim wird zum Bundesvorsitzenden der Sektion Kendo gewählt. Diplom-Sportlehrer Yasumasa Kaneda wird zum Kendo-Bundestrainer berufen.

6.11.1971

Auf Initiative der Sektion Aikido im DJB wird in Köln die UNION EUROPEENNE D'AIKID0 gegründet. Präsident wird André Nocquet, 6. Dan, aus Frankreich.

15.11.1971

Prof. Dr. Klaus-Jürgen Schulze wird als Bundesvorsitzender der Sektion Ju-Jutsu vom DJB-Präsidium bestätigt.

1.1.1972

Kwon Jae-Hwa, 6. Dan Taekwon-Do, wird Bundestrainer der Sektion Taekwon-Do.

15.7.1972

Erster offizieller Taekwon-Do-Länderkampf einer Deutschen Nationalmannschaft in Istanbul gegen die Mannschaft der Türkei.

18.-22.7.72

WM der Universitäten in London. Die Mannschaft erringt die Bronzemedaille (Leibkind, Göhringer, Ebener, Boeddrich, Bischof). Im Einzelwettkampf kann V. Ebener von der Uni Köln in der Klasse 80 kg ebenfalls die Bronzemedaille erringen.

Sept. 1972

Olympische Spiele in München. Paul Barth holt Bronze, Klaus Glahn Silber. Otto Brief ist Kampfrichter.

25.-27.5.73

Die ersten Taekwon-Do Weltmeisterschaften finden in Seoul/Korea statt. Die deutsche Nationalmannschaft belegt den 5. Platz. Armando Chavero wird Vize-Weltmeister im Leichtgewicht.

28.5.1973

"The WORLD TAEKWON-DO Federation WTF" wird gegründet und Un Yong Kim zum Präsidenten gewählt. Die Bundesrepublik Deutschland ist Gründungsmitglied.

Juli 1973

Klaus Glahn erringt bei der WM in Lausanne die Bronzemedaille und gibt seinen Rücktritt vom internationalen Geschehen bekannt.

24.9.1973

Otto Schmelzeisen, 7. Dan, erhält als erster Judoka für seine Verdienste um den Deutschen Judosport das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse vom Bundespräsidenten.

Okt. 1973

Die Kansai-Mannschaft (jap. Studentenföderation) besiegt in Hürth/Köln die junge deutsche Nationalmannschaft 13:3.

Okt. 1973

Bei den Militärweltmeisterschaften wird die Bundesrepublik Mannschaftsmeister vor Österreich und Belgien.

April 1974

Die Sektion Karate im DJB führt die erste Karate-Lehrer-Prüfung durch. 14 Karateka werden geprüfte Karate-Lehrer.

Mai 1974

Bei den Judo Europameisterschaften in London schneiden die Deutschen gut ab: Engelbert Dörbrandt, Berlin, erringt im Weltergewicht die Bronzemedaille, der erst 18-jährige Günter Neureuther wird im Halbschwergewicht Vize-Europameister. Die Mannschaft erringt die Bronzemedaille.

25.5.1974

Bei den Karate-Europameisterschaften in London wird Richard Scherer Europameister im Leichtgewicht. Die deutsche Mannschaft kommt auf den 3. Platz.

28.9.1974

Der DJB führt bei seiner Jahresversammlung durch eine Satzungsänderung die Aufgaben eines Generalsekretärs und eines Sportdirektors ein.

Okt. 1974

Kurt Eulberg gewinnt bei den 1. Junioren-WM in Rio de Janeiro die Silbermedaille im Schwergewicht, Günter Neureuther die Bronzemedallie im Halbschwergewicht.

14.10.1974

Die deutsche Mannschaft verteidigt erfolgreich ihren Mannschaftstitel bei den Militärweltmeisterschaften in Rio de Janeiro mit Siegen über die USA, Frankreich und Südkorea. Jan Knipper holt die Goldmedaille im Schwergewicht.

1.-3.11.74

Bei den WM der Studenten in Brüssel erreichen Engelbert Dörbandt im Weltergewicht und Manfred Birod im Mittelgewicht Bronzemedaillen.

Nov. 1974

Die deutsche Kendo-Mannschaft besiegt bei einem Länderkampf Europameister England in der Unterbewertung 7:6.

Kyudo, die Kunst des Bogenschießens, wird in den DJB aufgenommen und der Sektion Kendo unterstellt.

Jan. 1975

Austragung der 1. Deutschen Karate-Junioren-Meisterschaft in Mayen.

25.5.1975

Beim Taekwon-Do-Länderkampf gegen Korea unterlag der DJB mit 2:12 Punkten in Essen. Den einzigen Sieg für die Deutschen holte Wolfgang Dahmen.

26.5.1975

Die Europäische Taekwon-Do-Union wird gegründet. Präsident wurde Heinz Marx, Generalsekretär Wolfgang Eberl.

Juli 1975

Die deutsche Kendo-Nationalmannschaft besiegt in einem Länderkampf in Mailand die Mannschaft aus Italien mit 5:2.

Aug. 1975

Verleihung von Kyudo-Kyu-Graden in Hamburg (Hoff, Mann, Dr. Speidel).

Sept. 1975

Die deutsche Karate-Nationalmannschaft unterliegt in Teheran dem Irak 3:7.

Der Herausgeber des Fachorgans JUDO, Konsul Leonhard Ehrlich, verstirbt.

Nach langen Jahren wird in Frankfurt unter der Organisation von Dieter Schiemann eine Judo-Sommerschule durchgeführt.

Okt. 1975

Bei den Weltmeisterschaften in Wien kommen die deutschen Teilnehmer nicht aufs Podest.

Dez. 1975

Die ersten Damen-Europameisterschaften werden vom DJB in München organisiert.

Mai 1976

Yokoo, Japan, wird erster Kendo-Weltmeister.

Artur Schnabel holt Bronze bei der Judo-EM.

Juli 1976

Bei den Olympischen Spielen in Montreal erringt Günther Neureuther die Silbermedaille.

16. Aug. 1976

Alfred Rhode wird 80 Jahre alt. Er wird mit Ehrungen überhäuft, u.a. bekommt er den 8. Dan und die Goldene Erinnerungsplakette der EJU verliehen. Abends ziehen 300 Kinder mit Fackeln vor sein Haus und gratulieren.

16. Sept. 1976

In Köln wird das Bundesleistungszentrum Judo eröffnet.

30.10.1976

Edgar Schäfer, 7. Dan, wird mit überwältigender Mehrheit zum neuen Präsidenten des DJB gewählt. Er ist seit 15 Jahren 1. Vorsitzender des 1. Deutschen Judo-Clubs und seit Gründung Präsident des Hessischen Judo-Verbandes, Judoka seit seinem 14. Lebensjahr.

Es gibt inzwischen 174561 Mitglieder im DJB.

Nov. 1976

Der VfL Wolfsburg wird zum vierten mal Deutscher Mannschaftsmeister.

Jan. 1977

In Frankfurt wird der Karate-Dachverband gegründet, dem auch der DJB angehört.

Febr. 1977

Im Taekwon-Do wurden die ersten Deutschen Damenmeisterschaften durchgeführt.

März 1977

Präsident Edgar Schäfer beauftragt Prof. Dr. K-J. Schulze mit der Wahrnehmung des Amtes eines DJB-Vizepräsidenten.

April 1977

Otto Schmelzeisen wurde aus Anlass seines 85. Geburtstages der 8. Dan vom DDK verliehen. Werner Heim wurde in diesem Monat 6. Dan Ju Jutsu, Professor Schulze und Franz Josef Gresch 5. Dan Ju Jutsu.

Juni 1977

Die Mannschaft des DJB holt den Mitropa-Cup, der zwischen Deutschland, Italien und Österreich ausgetragen wurde.

Aug. 1977

Erstes Kyudo-Turnier in Europa in Hamburg.

Verleihung der DJB-Ehrennadel an Inagaki-sensei.

Sept. 1977

Der Deutsche Dan-Tag wird vom DDK glanzvoll gefeiert. Das DDK besteht 25 Jahre und die Feierlichkeiten gipfeln in einer Dampferfahrt auf dem Rhein und einem Festball.

Erster Jai-Do-Einführungslehrgang in Hamburg.

18.10.1977

Anlässlich der Judo Europameisterschaften 1977 in Ludwigshafen wurde Günter Lind aus Saarbrücken-Dudweiler, seit 1960 EJU Kampfrichter, von der IJF an ihrer Spitze Mr. Osako zum zweiten deutschen Weltkampfrichter ernannt.

29.10.1977

Gründung der European Ju-Jutsu Federation (EJJF) in Rom durch die Bundesrepublik Deutschland, Italien und Schweden, Präsident wird Rinaldo Orlandi (Italien), 1. Vizepräsident und Generalsekretär Prof. Dr. K-J. Schulze (DJB).

Nov. 1977

Jugend- und Junioren-Europameisterschäften in Berlin(Ost).

10.-12. Nov. 1978

Frauen-Europameisterschaften in Köln. Inge Berg, Karin Krüger und Christiane Kieburg erringen Goldmedaillen, Christiane Jankowski eine Bronzemedaille.

Im Zusammenhang mit den Frauen-EM begeht der DJB sein 25jähriges Jubiläum.

April 1979

Damen-Europameisterschaften in Kerkrade, Holland. Christiane Kieburg und Barbara Claßen erreichten erste Plätze, Adelheid Grimm, Karin Krüger und Inge Berg werden 3.

2. Mai 1979

Tod von Präsident Edgar Schäfer.

Mai 1979

Europameisterschaften in Brüssel, Belgien. Helmut Grobelin und James Rohleder erringen Silber, Günter Neureuther Bronze.

Okt. 1979

Taekwondo-Weltmeisterschaften in Sindelfingen. Die Deutsche Mannschaft erringt eine Gold-, zwei Silber- und 4 Bronzemedaillen.

24.11.1979

Mitgliederversammlung in Köln. Es wird ein neues Präsidium gewählt: Präsident wird Prof. Klaus-Jürgen Schulze, der seit dem Tod Edgar Schäfers bereits seit Mai auf einen Vorstandsbeschluss hin die Amtsgeschäfte geführt hatte.

Zum neuen Kampfrichterreferenten wird Klaus Münstermann gewählt.

5.12.1979

Beim IJF-Kongreß anlässlich der Weltmeisterschaften in Paris wird Shigeyoshi Matsumae aus Japan zum neuen IJF-Präsidenten gewählt. Neuer IJF-Sportdirektor wird Henri Courtine, Frankreich.

Bei den Weltmeisterschaften erreicht Günter Neureuther eine dritte Platzierung.

22.12.1979

VFL Wolfsburg gewinnt den Europa-Cup der Landesmeister gegen die Sportschool Boersma Ammersfoort, Holland.

29./30.11.80

Erste Damenweltmeisterschaften in New York. Barbara Claßen gewinnt Silber und Bronze, Inge Berg und Christiane Kieburg jeweils Bronze.

28.29.3.81

Damen-Europameisterschaften in Madrid. Birgit Friedrich und Barbara Claßen gewinnen Gold.

14.-17.5.81

Europa-Meisterschaften in Debrecen, Ungarn. Frank, Schnabel und v. d. Gröben erringen die Bronzemedaille.